Die EU-LGBTIQ+-Strategie 2026–2030 kämpft gegen Hass, Konversionstherapien und Diskriminierung mit drei Säulen: Schutz, Empowerment und Inklusion. Für Deutschland relevant bei steigenden queerfeindlichen Vorfällen.
Florian Becker (he/him)
06.01.2026
Die Europäische Union hat ihre aktualisierte Strategie zur Förderung der Gleichstellung von LGBTIQ+-Personen für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt. Sie baut auf dem vorherigen Programm von 2020–2025 auf und zielt darauf ab, Diskriminierung, Hass und Gewalt noch konsequenter zu bekämpfen. Trotz steigender gesellschaftlicher Akzeptanz – etwa 75 Prozent der EU-Bürger fühlen sich mit schwulen, lesbischen oder bisexuellen Kollegen wohl – melden rund ein Drittel der Betroffenen Diskriminierungserfahrungen in den letzten zwölf Monaten.
Drei Säulen der Strategie
Die Strategie gliedert sich in drei Kernbereiche, die den Schutz und die Inklusion von LGBTIQ+-Menschen priorisieren. Im ersten Bereich geht es um den Schutz vor Hassmotiviertem: Eine neue Aktionsplan gegen Cybermobbing, ein Wissenshub zur Erfassung illegalen Online-Hasses sowie die Durchsetzung relevanter EU-Rechte und Förderung von NGOs stehen im Fokus. Zudem soll gegen Konversionstherapien – Praktiken, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zwangsweise ändern wollen – vorgegangen werden, inklusive Prüfung einer EU-weiten Bürgerinitiative.
Empowerment und Inklusion
Zweiter Pfeiler stärkt LGBTIQ+-Personen durch effektive Gleichstellungskörper, die Rechte durchsetzen. Rainbow-Familien profitieren von der Aufforderung an Mitgliedstaaten, das Vorschlag zur Anerkennung von Elternschaft umzusetzen, und es gibt Initiativen für inklusive Arbeitsplätze via EU-Plattform für Diversitäts-Charta. Im dritten Bereich engagiert die Strategie die Gesellschaft: EU-Länder sollen nationale Pläne entwickeln, Daten zu realen Erfahrungen verbessern und ein LGBTIQ+-Policy-Forum für den Dialog zwischen Zivilgesellschaft und Kommission schaffen.
Relevanz für Deutschland
In Deutschland wirft die Strategie positive Schatten auf aktuelle Debatten, etwa zu Trans*-Rechten und steigenden queerfeindlichen Vorfällen. Die EU plant 2026 einen Bericht zur Umsetzung von Beschäftigungsgleichstellungsregeln und Leitlinien für inklusives Recruiting. Kritiker sehen in der Strategie einen wichtigen Konter zu nationalen Rückschlägen wie Flaggenverboten im Bundestag.
Ausblick und Aufruf
Die Strategie unterstreicht die EU-Vision einer Union der Gleichheit und fordert alle Mitgliedstaaten zur Umsetzung auf. Sie verspricht mehr Sichtbarkeit und Schutz, bleibt aber auf die Kooperation mit Ländern angewiesen. Für Aktivist:innen und Betroffene bietet sie Werkzeuge, um Druck auszuüben – Zeit, die Maßnahmen zu beobachten und zu fordern.
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